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Splatterwelt.ch



Archiv des Monats September 2007

4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage [Film-Review]

am 30. September 2007 unter Drama, Zurich Film Festival abgelegt
4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage
4 Months, 3 Weeks, 2 Days
4 Luni, 3 Saptamini Si 2 Zile
4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage


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Land: Rumänien
Jahr: 2007
Regisseur: Cristian Mungiu
Schauspieler:
Anamaria Marinca, Laura Vasiliu, Vlad Ivanov, Alexandru Potocean, Luminita Gheorghiu, Adi Carauleanu, Liliana Mocanu, Tania Popa, Teo Corban, Cerasela Iosifescu, Doru Ana, Eugenia Bosânceanu…

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage ist Gabita schon schwanger. Die Studentin teilt sich mit ihrer Freundin Otilia ein Zimmer in einem Wohnheim. Sie hat sich gegen das Kind entschieden und möchte es abtreiben lassen. Den illegalen Schwangerschaftsabbruch soll ihr ein gewisser Doktor Bebe ermöglichen, mit dem Gabita sich zusammen mit Otilia unter falschem Namen in einem Hotel trifft. Allerdings verlangt der Arzt als Gegenleistung mehr als Geld. Das in der Ära Ceausescu angesiedelte und mit der „Goldenen Palme“ von Cannes ausgezeichnete Drama überzeugt mit starken Charakteren und beleuchtet in realistischen Bildern ein sensibles Thema. (Zurich Film Festival)

Unwissend um was es geht ging ich in diesen rumänischen Streifen. Der Film beginnt ziemlich rasant, und zeigt das Leben in einem Studentenwohnheim. Dabei klebt die Kamera förmlich an einer quirligen Blondine, die von einem Zimmer ins andere huscht. Über die Story an sich bleibt man im Dunkeln und man erfährt nicht was kommt, oder was gerade vor sich geht…

Und plötzlich.. WAM wird einem das Thema Abtreibung an den Kopf geschmettert. Die Situation klärt sich, und es läuft einem einen kalten Schauer den Rücken hinunter, wenn man zusehen muss, wie die Mädchen genötigt werden, und aus ihren hilflosen Situationen, persönlichen Vorteil gezogen wird.

Die Szenen sind überraschend lang geraten. Es kann schonmal vorkommen, dass eine bis zu 9 Minuten dauert, wodurch man vor allem den Schauspieler Respekt zollen muss. Diese, im speziellen die Hauptdarstellerin, machen ihren Job exzellent. Auch die Kameraführung ist sehr speziell und bemerkenswert. Meistens verharrt sie in ihrer Position minutenlang (praktisch immer auf die Hauptprotagonistin gerichtet), und wenn nicht, dann bringt sie gelungen die Emotionen zum Ausdruck.

Ein bemerkenswerter Film, der zurecht die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat.

9/10

Trailer


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Frei nach Plan [Film-Review]

am 29. September 2007 unter Drama, Komödie, Zurich Film Festival abgelegt
Frei nach Plan

Land: Deutschland
Jahr: 2007
Regisseur: Franziska Meletzky
Schauspieler: Kirsten Block, Matthias Brenner, Robert Gallinowski, Corinna Harfouch, Simone Kabst, Robert Kersten, Ramona Libnow, Dagmar Manzel, Otto Mellies, Christine Schorn

Die drei grundverschiedenen Schwestern Anne, Iris und Marianne versuchen, die Geburtstagsfeier ihrer Mutter vorzubereiten. Doch Anne, die Rebellin und Abenteurerin, schert aus: Sie verliebt sich in den Mann ihrer jüngeren Schwester und überlasst der älteren die gesamte Verantwortung für das Fest. Das Resultat sind kleine und grosse zwischenmenschliche Katastrophen, und der Geburtstag läuft ganz anders ab als geplant. Wer Familienfeiern hasst, wird diese ins Absurde kippende Tragikomödie lieben. (Zurich Film Festival)

Die Geschichte des Filmes ist ziemlich altbacken. Das ganze kommt einem wie ein deutscher Abklatsch der US-Serien Desperate Housewives oder Grey’s Anatomy vor (Jede/r hat irgendwas zu verbergen). Alle Figuren werden vorgestellt, bei keiner (ausser Iris) geht es jedoch wirklich in die Tiefe. Ein “unerwartetes” Ereigniss folgt dem nächsten, und der Film zieht sich in die Länge.

Die SchauspielerInnen sind zwar sehr gut besetzt, und auch sonst hat es einige gute und witzige Ideen/Dialoge (z.B. der Schluss!), aber die Story ist nicht interessant.

5/10

Travelling with pets [Film-Review]

am 29. September 2007 unter Drama, Romantik, Zurich Film Festival abgelegt

Travelling with pets

Puteshestvie s domashnimi zhivotnym



Land: Russland
Jahr: 2007
Regisseur: Vera Storozheva
Schauspieler: Dmitri Dyuzhev, Kseniya Kutepova, Anna Mikhalkova

In einem abgelegenen Haus auf dem Land fristet Natalya ein hartes Leben an der Seite ihres brutalen Ehemannes. Nach dessen Tod nutzt sie die Chance, Vorurteile und Gewohnheiten abzuschütteln und ihr Ich neu zu finden. Wegweiser in dieses Leben sind die Natur und ihre Begegnung mit dem Lastwagenfahrer Sergej, der sie die Liebe entdecken lässt. Mit der freimütig erzählten Geschichte legt Vera Storozheva eine Parabel vor: Was auch immer einem zustösst, es gibt immer einen Weg, sich Freiheit und Glück anzueignen. (Zurich Film Festival)

Travelling with pets ist eine wunderbare Geschichte über eine junge Frau, die als Jugendliche an einen Mann verkauft wurde, diesen geheiratet hat und fortan dessen Arbeitssklave war. Durch den plötzlichen Tod ihres Masters stehen Nataljia ungekannte Freiheiten zur Verfügung die sie in vollen Zügen auskostet.

Die Verwandlung der Hauptdarstellerin von einem kleinen Mauerblümchen zur heissen Braut im Roten Abendkleid ist wunderbar und herzwärmend in Szene gesetzt. Bewusst kommt der Film praktisch ohne Dialoge aus, was enorm viel zur Stimmung beiträgt, denn die Bilder und die Darbietung der genialen Darstellerin sprechen genug für den Film.

8/10