One Way Trip 3D [Film-Review]

One Way Trip 3D

One Way Trip

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Land: Schweiz, Österreich
Jahr: 2011
Regisseur:
Markus Welter
Schauspieler:
Sabrina Reiter, Melanie Winiger, Herbert Leiser, Martin Loos, Aaron Hitz, Matthias Britschgi, Simon Kaeser, Isabelle Barth, Harry Lampl, Tanja Raunig
Laufzeit:
ca. 90 Minuten
Altersfreigabe:
16
Release-Datum: 15. September 2011 (Kino – Ascot Elite)
Offizielle Homepage: www.onewaytrip3d.com

Inhalt: Acht junge Leute fahren mit Proviant und Zelten in den Jura. Es ist Herbst und Hochsaison für den Spitzkegeligen Kahlkopf – den eigentlichen Grund des Ausflugs. Dieser kleine und unscheinbare Pilz hat es in sich: Kurz nach Einnahme verschiebt sich die Realität und für einige Stunden hat man einen wunderbaren Trip. Nach einigen Schwierigkeiten hat die Gruppe tief im Wald den richtigen Ort gefunden, die Zelte aufgebaut, die Pilze gesammelt und es kann losgehen. Alles läuft bestens, bis einer der Jungs mit zerschlagenem und blutüberströmtem Gesicht vom Bierholen zurückkommt und im Schein des Lagerfeuers zusammenbricht. Als sie merken, dass die Handys nicht funktionieren und die Pneus ihres Auto zerstochen wurden, bricht Panik aus. Sie suchen Schutz in einem nahegelegenen Bauernhof. Doch jetzt sitzen sie erst recht in der Falle… gejagt von ihren unheimlichen Verfolgern. (Ascot-Elite)

Einige Bilder zum Film:

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Mein Fazit:

Die Schweizer Filmwelt kann keinen Horrorfilm vorweisen, der über Amateur-Produktionen hinaus geht. Sennentuntschi der letztes Jahr in die Kinos kam, konnte diese Lücke auch nicht schliessen, denn Michael Steiners Film war kein Horrorfilm. Dies soll sich nun ändern. One Way Trip 3D ist der erste Schweizer Horrorfilm, und dazu auch gleich noch der erste europäisch produzierte 3D-Film.

Als Zugpferde für die Produktion hat man sich Sabrina Reiter (In 3 Tagen bist du tot), sowie Melanie Winiger (Achtung, fertig, Charlie) an Bord geholt. Der restliche Cast besteht mehrheitlich aus jungen Schauspielern, die man noch nie in einem grösserem Film gesehen hat.

Während des Filmes fragte ich mich, was „One Way Trip 3D“ zum ersten Schweizer Horrorfilm macht? Das Resultat: 3 Minuten zu Beginn des Filmes, als in Zürich gefilmt wurde. Danach könnte der Film von irgendwo her sein. In der Schweiz spricht man nämlich anscheinend hochdeutsch, im Jura sowieso. Hinzu kommt, dass der Film nachsynchronisiert wurde. Das nimmt dem Ganzen ziemlich viel an Authentizität, und mutet komisch an, wenn man sieht, dass der Text nicht mit den Lippen überein stimmt.

Im Horror-Genre passieren, wie jedem Fan bewusst ist, sehr selten innovative Quanten-Sprünge. Trotzdem gibt es sehr viele akzeptable Filme, die von geschlachteten Teenies erzählen. „One Way Trip 3D“ kann aber leidervor allem inhaltlich nicht überzeugen. Keine Figur besitzt Tiefgang. Irgendwelche belanglosen vergangenen Liebesgeschichten machen eine Figur noch lange nicht interessant, eher das Gegenteil ist der Fall. Man will sehen, wie die Teenies den Löffel abgeben. Dafür braucht es allerdings Geduld, sehr viel Geduld.

Was ein Horrorfilm unbedingt sein sollte, ist unterhaltsam, gruselig und schockend. Irgendetwas sollte aber passieren. Bei „One Way Trip 3D“ ist dies erst nach mehr als einer Stunde der Fall. 70 Minuten lang, sieht man sich langweilige Figuren an, die dämliche Dialoge von sich geben. Dann, endlich, kommt der erste Effekt, und der ist gar nichtmal so schlecht. Es folgen zwei, drei weitere Effekte, und dann ist der Film nach einem, doch eher überraschendem Schluss zu Ende.

So sass ich im Kino, und war etwas konfus. Von 90 Minuten waren 70 quälend, und 20 dann doch unterhaltsam. Und irgendwie fragte ich mich, wieso es nicht umgekehrt sein konnte. Ich sah einen technisch überzeugenden Film, sogar das 3D war in einigen Szenen ziemlich cool, der Schluss konnte überraschen, und die wenigen (CGI)-Effekte die man sah, waren in Ordnung. Ein Horrorfilm sollte jedoch in meinen Augen den Zuschauer von Beginn weg packen und bis zum Schluss nicht mehr loslassen. 70 Minuten warten zu müssen, bis das erste Opfer stirbt, ist da definitiv zu lange!

„One Way Trip 3D“ ist (k)ein Schweizer Horrorfilm, der Horrorfans sicher nicht für sich gewinnen wird. Es ist jedoch ein technisch toller erster Schritt in eine gute Richtung den man mit diesem Film gemacht hat, und hoffentlich weiter verfolgen wird.

Die Hoffnung auf den ersten Schweizer Horrorfilm stirbt zuletzt…

2/5 Totenköpfen

Offizieller Trailer

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Link

Bilder: © 2011 Ascot Elite. All Rights Reserved.

Über Jerome 617 Artikel
Admin von Splatterwelt.ch und Filmkritiker bei SRF-Virus