Cloud Atlas (2012) [Film-Review]

Kritik zum Film «Cloud Atlas» von den Regisseuren Tom Tykwer, Andy Wachowski, Lana Wachowski

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Land: Deutschland, USA, Singapur, Hong Kong
Jahr: 2012
Regisseur:
Tom Tykwer, Andy Wachowski, Lana Wachowski
Schauspieler:
Brad Pitt, Scoot McNairy, Ben Mendelsohn, James Gandolfini, Vincent Curatola, Richard Jenkins, Ray Liotta, Trevor Long, Max Casella, Sam Shepard, Slaine, Garret Dillahunt…
Laufzeit:
ca. 172 Minuten
Altersfreigabe:
Ab 12/14/16 Jahren
Release-Datum: 29. November 2012 (Kino – Ascot Elite)
Offizielle Homepage: www.cloudatlasmovie.comww

Inhalt: Alles beginnt 1846 auf einer Seereise im Pazifik: Auf seiner Heimreise nach San Francisco vertraut der amerikanische Anwalt seine wachsenden Zweifel am Segen der Sklaverei seinem Tagebuch an. 1936 fasziniert dieses Reisetagebuch einen jungen Komponisten. Inspiriert von den Schilderungen über die Schrecken der Kolonialzeit macht er sich an die Komposition seines musikalischen Meisterwerks, des „Wolkenatlas-Sextett“. 1973 begegnet eine ehrgeizige Journalistin einem Atomkraftexperten. Er vertraut sich ihr an und übergibt ihr wichtige Unterlagen zur Aufdeckung eines Atomskandals. Ein Nachbarsjunge schreibt ihre Geschichte über die Machenschaften dieser zwielichtigen Konzerne auf und schickt 2012 das Manuskript an einen Londoner Verleger. Gegen seinen Willen wird dieser in einem despotisch geführten Altenheim eingesperrt, aus dem er versucht zu fliehen. Ein Video von seiner Flucht ermutigt 2144 in Südkorea eine geklonte Kellnerin aus ihrem Gefängnis auszubrechen. Sie zeichnet ihre Erfahrungen auf, die auch in der post-apokalyptischen Welt des Jahres 2346 noch Gültigkeit besitzen und die Menschen zu einem Neubeginn und dem Streben nach einer friedlicheren Zukunft ermutigen. (Ascot Elite)

Einige Bilder zum Film

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Mein Fazit:

Cloud Atlas“ ist das äusserst ambitiöse Vorhaben des Regie-Trios Lana und Andy Wachowski sowie Tom Tykwer. Zum einen ist da die als unverfilmbar geltende Romanvorlage, welche 6 Geschichten aus 6 Zeitaltern erzählt, und zum anderen die produktionstechnische Seite: Hollywood lehnte das Projekt ab, weshalb kleine europäische Filmproduktionen und Filmförderungen in die Presche sprangen. Mit 100 Mio. USD ist „Cloud Atlas“ der teuerste europäische Film aller Zeiten.

Alles an diesem Film-Projekt ist grössenwahnsinnig. Die schwierigste Herausforderung bestand jedoch darin, die Geschichten des Buches auf der Leinwand visuell und erzählerisch zum Leben zu erwecken. Zur grossen Überraschung haben dies die Regisseure mit Bravour gemeistert. 6 Geschichten aus 6 verschiedenen Zeiten, die während fast 3 Stunden Laufzeit parallel nebeneinander erzählt werden – und trotzdem kann man als Zuschauer allen Handlungssträngen folgen und verliert niemals den roten Faden. Respekt!

Der Cast um Halle Barry und Tom Hanks erscheint in allen 6 Geschichten jeweils immer wieder in neuen Rollen. Dies ist grundsätzlich ein geschickter Schachzug, leitet jedoch vor allem zu Beginn des Filmes, den Fokus des Zuschauers von der Geschichte weg. Man beschäftigt sich mehr damit, alle Schauspieler in ihren wunderbaren Rollen wiederzuerkennen, anstatt der Geschichte zu folgen. Unter dem Strich kann man sagen: Es gibt einfach zu viel zu sehen und zu entdecken bei einer ersten Visionierung.

Wenn man den Film vergleichen müsste, dann würde ich dies am ehesten mit Darren Aronofskys Meisterwerk „The Fountain“ tun. 3 Geschichten aus 3 unterschiedlichen Zeiten die miteinander verknüpft sind. Im Vergleich mit Aronofksys Film zieht „Cloud Atlas“ jedoch definitiv den Kürzeren. „The Fountain“ ist inhaltlich sehr ähnlich wirkt aber kompakter und überzeugt vor allem auch auf einer emotionalen Ebene. Fühlt man sich bei „The Fountain“ mitten drin, so ist man bei „Cloud Atlas“ nur Zaungast. Das ist eigentlich nichts Negatives, allerdings ist „The Fountain“ dadurch das weit aus intensivere Filmerlebnis.

Cloud Atlas“ ist eine visuell und erzählerisch betörendes Monsterprojekt. Berauscht verlässt man das Kino, allerdings auch ein wenig unbefriedigt, weil man nicht alles in sich aufsaugen konnte. Ein zweite Visionierung ist definitiv nötig. Trotzdem sehr empfohlen.

4/5 Totenköpfen

US-Trailer

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Extended Preview

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Bilder: © Ascot Elite. All Rights Reserved. ; IMP Awards

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Admin von Splatterwelt.ch und Filmkritiker bei SRF-Virus

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