The Hobbit: An Unexpected Journey (2012) [Film-Review]

Kritik zum Film «The Hobbit: An Unexpected Journey» von Regisseur Peter Jackson

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Land: Neuseeland, USA
Jahr: 2012
Regisseur:
Peter Jackson
Schauspieler:
Martin Freeman, Ian McKellen, Lee Pace, Hugo Weaving, Benedict Cumberbatch, Billy Connolly, Elijah Wood, Cate Blanchett, Christopher Lee, Andy Serkis, Richard Armitage, Aidan Turner…
Laufzeit:
ca. 166 Minuten
Altersfreigabe:
Ab 10/12/14 Jahren
Release-Datum: 13. Dezember 2012 (Kino – Ascot Elite)
Offizielle Homepage: www.thehobbitmovie.ch

Inhalt: Im Mittelpunkt von „The Hobbit: An unexpected Journey“ steht der Titelheld Bilbo Beutlin, der unversehens an einer epischen Mission teilnehmen muss: Er soll den Zwergen helfen, ihren Schatz wieder zurückzugewinnen, den der Drache Smaug auf dem Berg Erebor versteckt hält. Überraschend taucht der Zauberer Gandalf der Graue bei Bilbo auf, und schon bald begleitet der Hobbit die Gruppe der 13 Zwerge unter der Führung des legendären Kriegers Thorin Eichenschild. Ihre Reise führt sie in unbekannte und gefährliche Gebiete, in denen es von Goblins und Orks, gigantischen Spinnen,  Pelzwandlern und heimtückischen Zauberern nur so wimmelt. (Warner Bros.)

Einige Bilder zum Film

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Mein Fazit:

9 Jahre! So viel Zeit verging, seit der letzte „Lord of the Rings“ Film in den Kinos anlief. Viel zu lange für einen Fan. In der Zwischenzeit wurde viel über die „Hobbit„-Filme geschrieben, tausende von Gerüchten und Neuigkeiten. Und jetzt? Jetzt ist es endlich, endlich soweit: Der erste Film der Hobbit-Trilogie von Peter Jackson „The Hobbit: An unexpected Journey“ kommt ins Kino.

Eines gleich vorweg: Der Auftakt der Hobbit-Filme ist episches Fantasy-Spektakel. Der Film fühlt sich an wie eine Rückkehr ins Familien-Wohnzimmer, welches man viel zu lange nicht mehr gesehen hat. Ein warmes wohliges Gefühl breitet sich aus, wenn man alle die bekannten und heiss geliebten Schauplätze wie Hobbington oder Bruchtal wieder zu sehen bekommt. Natürlich stehen die Kamera-Fahrten und die Bilder von den Landschaften und Orten in keiner Weise denen aus der „Lord of the Rings„-Trilogie nach. Zum Ergötzen schön.

Auch viele bekannte Figuren sind wieder mit von der Partie. Sogar solche, die in der Buchvorlage gar nicht vorkommen. Peter Jackson hat jedoch einen akzeptablen Weg gefunden, Figuren wie Frodo, Galadriel oder Saruman so in die Geschichte zu integrieren, dass es Sinn macht. Roman-Verfechter dürften hiermit jedoch trotzdem ihre Probleme haben. Neben Alten gibt es natürlich aber auch viele Neue Gesichter. Thorin Eichenschild, der Zwergen-Anführer, ist hierbei die wichtigste neue Figur, denn Thorin ist neben Bilbo und Gandalf die dritte Hauptfigur in „The Hobbit: An unexpected Journey„. Jackson hat sich deshalb dazu entschieden die Hintergrund-Geschichte von Thorin sehr ausführlich zu erzählen. Hier findet man dann auch die grössten inhaltlichen Unterschiede zum Buch. Der Goblin-König Azog wird im Film kurzerhand zum alten Erzfeind Thorins ausgeschmückt, obwohl dies in Tolkiens Mittelerde-Universum nicht der Fall ist. Eine filmische Entscheidung Jacksons, da der Film sonst keinen echten Bösewicht besässe und Thorin als Figur für das Publikum zu blass und unscheinbar wäre. Gerade wegen Jacksons inhaltlicher Anpassungen und Ergänzungen wirkt der Film wie aus einem Guss. Sein Vorhaben Tolkiens Universum filmisch zu realisieren geht auf, auch wenn es inhaltlich etwas abweicht.

Bemängeln muss man, neben der leider eher oberflächlichen Figuren-Zeichnung, vor allem den Film-Beginn. Peter Jackson erzählt sehr lange, sehr viel. Bis die eigentliche Geschichte von Bilbo und seiner Reise ins Rollen kommt, muss man sich gedulden. Wenn es dann aber soweit ist, kommt der geneigte Fantasy-Fan vollkommen auf seine Kosten. Der fast dreistündige Film vergeht, trotz ausführlichem Beginn, wie im Flug.

Neben Story-Elementen aus anderen Tolkien-Erzählungen, hat Peter Jackson auch sehr viele Anspielungen und Hinweise auf die LotR-Trilogie in den Film eingebaut. Unverkennlich natürlich auch wieder der Soundtrack: Howard Shore hat erneut einen fantastischen Soundtrack komponiert, welcher die Elemente der früheren Filme aufnimmt und trotzdem etwas neues und erfrischendes hervorzaubert.

Die Befürchtungen, dass die Hobbit-Verfilmungen zu einer Comedy-Version verkommen, sind unbegründet. Der grösste Unterschied zu den LotR Filmen findet man in den Hauptfiguren. Bilbo ist eine viel witzigere Figur als Frodo. Etwas schusselig, very polite, und sehr auf sein Hab und Gut fixiert. Notiz am Rande: Martin Freemans als Bilbo ist eine ideale Besetzung. Die Zwerge sind wortwörtlich eine geballte Ladung. Viele lustige Sprüche und Schabernack, so wie man sie im Buch zu lieben gelernt hat. Auch in „The Hobbit: An unexpected Journey“ werden Ork-Köpfe und Ärme abgehackt. Blut spritzt jedoch fast keines. Der Film ist insgesamt wegen den Figuren lustiger, aber keinesfalls weniger düster als die „Lord of the Rings„-Filme.

Ein ganz grosser und wunderbarer Moment im Auftakt der „Hobbit„-Trilogie ist, als Bilbo auf Gollum trifft. Dies liegt vor allem an der kongenialen Performance von Andy Serkis, aber auch an den wunderbaren Dialogen. Die beiden Figuren harmonieren einfach exquisit miteinander. Entsanden ist eine eindrückliche Szene, die viel Witz bietet und unglaublich unterhaltsam ist.

The Hobbit: An unexpected Journey“ ist ein Feuerwerk von Special Effects, eine imposante Achterbahnfahrt durch tiefe Ork-Höhlen und über verschneite Gebirge und vor allem – sehr unterhaltendes Fantasy-Kino. Auch wenn es aus der Sicht eines LotR-Fans nicht perfekt ist, so kann man mit diesem ersten Teil durchaus sehr zufrieden sein. Wünschenswert wäre, dass Peter Jackson in Teil 2 noch mehr auf die Figuren eingeht, genau wie in der Gollum/Bilbo-Szene. Sonst aber kann es gerne genau so weitergehen. Daumen hoch!

4.25/5 Totenköpfen

1. US-Trailer

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2. US-Trailer

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Bilder: © Warner Bros. All Rights Reserved. ; IMP Awards

Über Jerome 617 Artikel
Admin von Splatterwelt.ch und Filmkritiker bei SRF-Virus