The Master (2012) [Film-Review]

Kritik zum Film «The Master» von Regisseur Paul Thomas Anderson

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Land: USA
Jahr: 2012
Regisseur:
Paul Thomas Anderson
Schauspieler:
Philip Seymour Hoffman, Joaquin Phoenix, Amy Adams, Laura Dern, Rami Malek, Jesse Plemons, Kevin J. O’Connor, Jillian Bell, W. Earl Brown, Ambyr Childers, Lena Endre, Fiona Dourif…
Laufzeit:
ca. 144 Minuten
Altersfreigabe:
Ab 16 Jahren
Release-Datum: 14. Februar 2013 (Kino – Ascot Elite)
Offizielle Homepage: www.themasterfilm.com

Inhalt: Als Ex-Soldat Freddie den charismatischen Lancaster Dodd kennenlernt, ändert sich sein Leben schlagartig. Bisher ertränkte der heimgekehrte Kriegsveteran seine innere Leere mit Alkohol und Frauen, aber durch Dodd findet Freddie wieder Halt im Leben: Der selbsternannte Philosoph hat eine eigene, rasch wachsende Glaubensgemeinschaft gegründet und wird von seinen Anhängern nur „The Master“ genannt. Der labile Freddie ist fasziniert von seinen Lehren und steigt zu Dodds rechter Hand auf – scharf beobachtet von dessen berechnender und eiskalter Frau Peggy. Doch bald entstehen bei Freddie erste Zweifel an den totalitären Methoden und Lehren des „Masters“… (Ascot Elite)

Einige Bilder zum Film

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Mein Fazit:

Paul Thomas Anderson ist in meinen Augen der zur Zeit spannendste amerikanische Regisseur. Daran gibt’s für mich keinen Zweifel. Er kann wie kein anderer Regisseur Figuren erschaffen, die den Zuschauer in ihren Bann ziehen und lange in deren Gedächtnis bleiben. Ob Pornostar Dirk Diggler aus „Boogie Nights“ oder Ölbaron Daniel Plainview aus „There will be Blood“ – Es sind Figuren die faszinieren.

Mit „The Master“ bleibt sich PTA in diesem Bezug mehr als treu. Gleich 3 Figuren prägen nämlich die Geschichte von „The Master„. Philip Seymour Hoffman als charismatischer Sektenanführer Lancaster Dodd (alias The Master), seine Gemahlin Peggy Dodd, die eigentliche Anführerin, welche berechnend die Stricke im Hintergrund führt und die Hauptfigur Freddie Quill, der psychisch kaputte ex-Soldat, welcher sich neben Sex vor allem dem Alkohol hingibt.

3 komplett unterschiedliche Menschen, die allesamt verstören und gleichzeitig betören. Joaquin Phoenix in der Rolle von Freddie Quill liefert eine grandiose Performance ab. Wirr und verzettelt – Man hat wirklich das Gefühl, dass dieser Mann im Krieg vor die Hunde ging. Aber auch Philip Seymour Hoffman und Amy Adams brillieren in ihren Rollen.“The Master“ ist ein Film der vollkommen von seinen Figuren lebt.

Ein weiteres Highlight ist abermals Paul Thomas Andersons Händchen fürs Visuelle und Akustische. Kameramann Mihai Malaimare Jr. fängt wunderschöne Bilder ein, die einen immer wieder zum Staunen bringen. Auch der Soundtrack von Radiohead-Mitglied Johnny Greenwod ist irritierend und gleichzeitig bezaubernd.

Man muss sich bewusst sein, dass man auch bei diesem Film von PTA als Zuschauer auf sich alleine gestellt ist. Aussagen oder ganze Szenen bleiben mehrheitlich unkommentiert – man muss alles selber einordnen können. Der rote Faden wird häufig links liegen gelassen.

The Master“ ist ein opulentes und komplexes Werk von Ausnahme-Regisseur Paul Thomas Anderson. Die Geschichte bei der ersten Visionierung in ihrer Gesamtheit zu verstehen und verarbeiten zu können, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Doch genau das macht grosses Kino aus: Fordernd, packend und verstörend.

4.5/5 Totenköpfen

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Bilder: © Ascot Elite. All Rights Reserved.

Über Jerome 617 Artikel
Admin von Splatterwelt.ch und Filmkritiker bei SRF-Virus