Carol (2015) [Film-Review]

Kritik zum Film «Carol» von Regisseur Todd Haynes

Bild: © Pathé Films. All Rights Reserved
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Land: USA
Jahr: 2014
Regisseur:
 Todd Haynes
Schauspieler: Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson, Kyle Chandler, John Magaro, Jake Lacy, Carrie Brownstein, Cory Michael Smith, Jim Dougherty, Kevin Crowley, Ken Strunk, Ann Reskin
Laufzeit:
ca. 119 Minuten
Altersfreigabe:
 an 14 Jahren
Release-Datum: 10. Dezember 2015 (Kino – Pathé Films Schweiz)
Offizielle Homepage: www.carolfilm.com

Inhalt: New York, frühe 1950er Jahre. Therese Belivet arbeitet in einem Manhattaner Kaufhaus und träumt von einem erfüllteren Leben, als sie der verführerischen Carol Aird begegnet, die in einer scheiternden Ehe gefangen ist. Es funkt sofort zwischen den beiden, und die Unschuld ihres ersten Treffens verwandelt sich schnell in eine tiefe Verbundenheit. Als Carols Verstrickung mit Therese ans Licht kommt setzt ihr Ehemann sie unter Druck und stellt ihre Qualitäten als Mutter in Frage. Die beiden Frauen fliehen aus ihren Leben und brechen gemeinsam zu einer Reise ins Ungewisse auf. Schon bald müssen sie jedoch feststellen, dass eine Konfrontation mit sich selbst und ihrer Hingabe zueinander unausweichlich wird. (Pathé Films)

Einige Bilder zum Film

Bild: © Pathé Films. All Rights Reserved

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Mein Fazit:

Cate Blanchett und Rooney Mara spielen ein Liebespaar, welches in den 50er-Jahren nicht nur einen schweren Stand in der Gesellschaft, sondern auch in den eigenen Familien hat. Homosexualität war in dieser Zeit ein Fremdwort und wurde sogar als heilbare Krankheit angesehen. «Carol» greift dieses gesellschaftliche Tabu zwar auf, macht es aber nicht zum inhaltlichen Nummer 1 Thema. Viel mehr stehen die Figuren im Mittelpunkt und beschäftigen sich mit den Fragen: Wer bin ich? Was will ich? Logisch, dass hier Homosexualität aber trotzdem ein äusserst wichtiges Thema ist.

Der Film setzt der aufblühenden Liebe der beiden Frauen einen bitteren Scheidungskampf entgegen. Die Tragik des Lebens von «Carol» nimmt mit der Zeit immer mehr überhand und die Figuren müssen dadurch schwerwiegende Entscheidungen über ihre Existenz treffen.

Todd Haynes hat ein umwerfendes Werk erschaffen. In diesem Film wirkt so ziemlich alles perfekt – jede Kamera-Einstellung, jeder Musikeinsatz, jeder Blick der Schauspielerinnen. «Carol» überquillt fast an Grazie, nicht zuletzt wegen der atemberaubenden Cate Blanchett. Ihre Interpretation dieser noblen aber zutiefst unglücklichen Grand Dame ist eine Meisterdarbietung.

Die Schönheit von Todd Haynes Film liegt in der Ruhe der Tragik. «Carol» ist ein wunderbar tragischer Film, der die Nomination für die Oscars 2016 bereits auf sicher haben dürfte.

4.5/5

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Teile dieses Artikels wurden im Rahmen der Berichterstattung für SRF-Virus erstellt und zu einem früheren Zeitpunkt bereits veröffentlicht.

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Admin von Splatterwelt.ch und Filmkritiker bei SRF-Virus

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